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Marmorstuck, auch Stucco Lustro genannt, ist unter Vakuum mit Leimwasser, Kalk und Leinölfirniss angerührtes Calciumsulfat, dem je nach Farbwunsch Pigmente zugegeben werden können. Marmorstuck ist fester, dichter und feuchtigkeitsresistenter als Gips.
Das Material war schon zur Zeitenwende bekannt. Auch die über 5000 Jahre alte Büste der Nofretete ist aus diesem Material hergestellt. Marmorstuck erlebte seine letzte Blütezeit im Italien den 18. Jahrhunderts, daher auch die Bezeichnung Stucco Lustro.
Vieles was beispielsweise in Kirchen nach Marmor aussieht ist in Wirklichkeit Marmorstuck. Das liegt weniger an den Kosten (alte Rechnungen belegen, das Marmorstuck im Altertum nicht billiger war als echter Marmor), als vielmehr daran, dass mit Marmorstuck Farbspiele möglich sind die die Natur nicht bieten kann. Ein weiterer Vorteil ist das geringere Gewicht des Marmorstucks im Vergleich zu echtem Marmor, was die Befestigung erleichtert.
Heute gibt es nur noch wenige Menschen in Deutschland die die diese Technik meisterlich beherrschen. Ich hatte in einem Urlaub das Glück einen dieser, im wahrsten Sinne des Wortes, “Alten Meister” im Schwarzwald kennenzulernen. Wir kamen an der Theke eines Wirtshauses ins Gespräch und irgendwann waren wir bei unseren Berufen angelangt. Kurze Rede langer Sinn: Ich konnte ihn dazu bringen mich in den nächsten Tagen wenigstens in der Herstellung des Grundmaterials zu unterweisen. Er gab mir wertvolle Tips (ja mit einen “p”: dem Alten Meister geschuldet ;-) ohne die ich schon recht frühzeitig gescheitert wäre. Beispielsweise, wie Lufteinschlüsse vermieden werden. In weiteren Versuchen habe ich dann die Mischung gefunden, die meinen Erfordernissen gerecht wird.
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